„Es gibt nicht das eine Heizsystem“ – großer Andrang bei kostenlosem Infoabend zu den gängigsten Heizsystemen in der VHS Freudenstadt

© Energieagentur in Horb
© Energieagentur in Horb

Die Vortragsreihe „Energiewende“, eine Kooperation der Volkshochschule Freudenstadt mit der Energieagentur in Horb, verspricht immer tiefgründige Informationen zu brandaktuellen Themen im Energiebereich. Für Montag, den 24. Oktober 2016 hatte der Geschäftsführer der Energieagentur in Horb, Martin Heer, einen sachkundigen Referenten gefunden: Dipl.-Bauingenieur Thomas Pischner, Honorarberater der Verbraucherzentrale Berlin, lieferte Informationen zum Thema „Heizsysteme im Überblick“. Knapp 50 Interessierte folgten der Einladung, die durch Fördermittel des BMWi kostenlos angeboten werden konnte und den Raum in der Volkshochschule an seine Belegungsgrenze brachte.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Martin Heer kurz die Energieagentur vor und gab einen Überblick in die Agenda des Informationsabends. Ferner erklärte er, dass man, wie im Titel der Veranstaltung angekündigt, einen „Rundumschlag“ zu den gängigsten Heizsystemen liefern wolle. Da aber kein Haus dem anderen gleiche und selten dieselben Voraussetzungen vorlägen, sei in einem zweiten Schritt eine niederschwellige und kostengünstige Energieberatung der Verbraucherzentrale dringend zu empfehlen.
Thomas Pischner ging dann auf Zahlen des Energieverbrauchs privater Haushalte und die Energiekosten der vergangenen zehn Jahre ein. Zwei Besonderheiten stellte er dabei heraus: Zum einen die Tatsache, dass der Großteil des Verbrauchs mit fast 75% auf Raumwärme entfalle und zum anderen die signifikanten Preisentwicklungen beim Heizöl.
Infolge stellte der Energieberater Brennwert-Technik, Scheitholz- und Pelletkessel, verschiedene Wärmepumpen, Nahwärmekonzepte und das Prinzip von Blockheizkraftwerken (BHKW) vor. Dabei ging er jedes Mal auf die entsprechenden Vorzüge der Systeme ein, nicht ohne jedoch deren Risiken und Einsatzgrenzen zu benennen. „Eine Wärmepumpe läuft nicht nur mit Luft und Liebe – ‚weg vom Öl‘ heißt hierbei auch ‚hin zum Strom‘!“, so Pischner in seiner Bewertung. Konsequenzen und Voraussetzungen verschiedener Heizsysteme müsse man sich vorher bewusst machen. Außerdem führte er an, dass eigentlich alle gängigen Wärmeerzeuger mit Solarthermie kombinierbar seien. Heutzutage lohne sich zudem auch immer mehr die Koppelung mit Sonnenstrom aus Photovoltaik (PV), insbesondere wenn man dabei an Speichertechniken und neue Verkehrsverhalten mit Elektromobillität denke. 
Im zweiten Vortragsteil ging der Diplom-Bauingenieur auf Erfüllungsoptionen des EWärmeG Baden-Württemberg und Optimierungsmöglichkeiten bei der Heizungsregelung ein: „Auf einem Gerät, auf dem ‚Brennwerttechnik‘ drauf steht, wird diese nicht immer genutzt!“. Sinnvolle Möglichkeiten wie den hydraulischen Abgleich, die Dämmung der Rohre oder auch effiziente Heizungspumpen führte er an, die dabei helfen würden, die Wärmeverluste zu minimieren.
Bei der abschließenden Diskussionsrunde konnten die Teilnehmer Fragen stellen und nutzten rege diese Möglichkeit: Man erfuhr, was Thomas Pischner von den zum Teil stark beworbenen Infrarotheizungen hält („gar nichts!“), welche Härtefallregelungen im EWärmeG getroffen werden können, ob es Sinn mache, sich beim Verbleib bei Öl oder Gas ein Brennwertgerät zuzulegen („auf jeden Fall!“) und wo die Beratungsstützpunkte der Energieagentur im Landkreis verteilt sind.
Das Fazit des Abends ist, wie Martin Heer schon zu Beginn der Veranstaltung formulierte: „Dann nutzen Sie die Möglichkeit der neutralen Energieberatung“ – insbesondere der Beratungsstützpunkt in Freudenstadt dürfe gerne stärker als bisher genutzt werden. Es gebe wie gehört nicht das Heizsystem, das für alle Gegebenheiten, für jeden Geldbeutel und für jede Anforderung passt. Vielmehr solle geprüft werden, was mit welchem System erreicht werden kann und soll. Zudem könne man mit zahlreichen verschiedenen Optionen das Erneuerbare Wärme Gesetz erfüllen.
Die Veranstaltung wird voraussichtlich bald in der VHS am Standort Horb wiederholt. Die Fachleute der Agentur beraten Sie außerdem kompetent und unabhängig zu Energiespar- und Fördermöglichkeiten, zum Einsatz verschiedener erneuerbarer Energiequellen und zu den Erfüllungsoptionen des EWärmeG. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich bei Elke Zöhler unter Telefonnummer 07451 – 55 29 979 oder info@eainhorb.de.