Stoßlüften statt Kippkühlen

(c) Erika Höcker
(c) Erika Höcker

In gleichem Maß, in dem die Außentemperatur sinkt, steigt der Wunsch nach einem behaglichen Raumklima. Dazu gehören neben Wärme ausreichend frische Luft und die richtige Luftfeuchtigkeit - auch um Schimmel zu vermeiden. Wie das ganz leicht funktioniert, erklärt Ihnen die Energieagentur in Horb gGmbH.

Früher, als es noch durch die Fensterritzen gezogen hat, haben es viele mit dem Lüften nicht so genau genommen. Doch heute, bei neuen, dichten Fenstern, ist gerade im Herbst und im Winter ein regelmäßiger Luftaustausch ein Muss. Denn Kochen, Wäsche trocknen, Zimmerpflanzen und nicht zuletzt unser Körper setzen große Mengen Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf frei. Die feuchte, warme Raumluft muss unbedingt ersetzt werden. Geschieht dies nicht mehrmals am Tag, kann es zu Schimmelbildung kommen.
Wer beim Lüften einige Grundsätze beachtet, beugt ungesundem Raumklima vor:

  • Öffnen Sie die Fenster mehrmals am Tag für einige Minuten weit (Stoßlüftung). Die feuchte, verbrauchte Raumluft wird durch frische, trockenere Außenluft ausgetauscht. Wenn Sie dabei per Durchzug querlüften, geht es schneller.
  • Stellen Sie in der kalten Jahreszeit Ihre Fenster nicht auf Kippposition. Es geht dabei viel Wärme verloren, denn Sie heizen direkt ins Freie. Zudem steigt das Risiko der Schimmelbildung, da sich Feuchtigkeit in der Fensterleibung und anderen „Kältebrücken“ niederschlägt.
  • Lüften Sie Bad, Küche und Trockenräume für Wäsche unmittelbar nach dem Benutzen, so dass die Feuchtigkeit schnell entweichen kann.
  • Lassen Sie zwischen Möbeln und der Außenwand ausreichend (etwa zehn Zentimeter) Platz, damit sich hier keine Feuchtigkeit stauen kann.
  • Die Investition in ein Hygrometer kann sich lohnen. Dieses misst die relative Luftfeuchtigkeit. In der Heizperiode sollte sie nicht über 60 bis 65 Prozent liegen.
  • Wenn Sie eine sichere, komfortable Alternative suchen, kann eine moderne Lüftungsanlage das Richtige sein. Lassen Sie sich beraten.

Übrigens: Die weit verbreitete Meinung, Wände würden „atmen“, ist ein Missverständnis. Etwaige Ritzen und Leckagen in der Gebäudehülle sind absolut ungeeignet, um den notwendigen Luftaustausch herbeizuführen. Regelmäßiges Lüften ist unverzichtbar.
Duschen, Kochen, Atmen, Schwitzen: Etwa zehn bis 15 Liter Wasser werden in einem Haushalt mit vier Personen täglich an die Raumluft abgegeben.
Falls Sie einen Austausch Ihrer Fenster planen oder über eine neue Heizungsanlage nachdenken, lassen Sie sich von unseren kompetenten Beratern der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg neutral beraten. Diese wissen außerdem, welche Fördermittel es für klimafreundliche Sanierungsvorhaben gibt.