Solaroffensive Nordschwarzwald startet im Landkreis Freudenstadt

Akteure wollen mehr Solarstromanlagen auf den Weg bringen - Energieagentur in Horb organisiert mit Partnern ein regionales PV-Netzwerk
Solarstromanlagen werden immer günstiger und besser. Jetzt bekommt der Ausbau des Solarstroms im Landkreis Freudenstadt neuen Rückenwind: Im Rahmen des neu gegründeten PV-Netzwerks Nordschwarzwald wird die Energieagentur in Horb gGmbH private Haushalte und Unternehmen im Kreis dabei unterstützen, neue Solarkraftwerke in Betrieb zu nehmen. Sie arbeitet dabei, wie schon beim Ausbau effizienter Wärmenetze, mit den anderen Energieagenturen der Region und der Clean Energy GmbH zusammen. „Wir wollen zusammen mit den Kommunen, dem Landkreis und dem Regionalverband den Solarstromanteil, der landesweit bereits neun Prozent erreicht hat, deutlich erhöhen.“, erklärt Martin Heer, Geschäftsführer der in Horb ansässigen Energieagentur für den Landkreis Freudenstadt. Der starke Rückgang der Kosten für Solaranlagen macht gerade Photovoltaik-Projekte mit hohem Eigenverbrauch wirtschaftlich sehr interessant. Zudem leisten die Betreiber von Solaranlagen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

 

Die regionalen PV-Netzwerke sind ab sofort ein wichtiges Instrument der Solaroffensive Baden-Württemberg. Sie sollen Klimaschutz und regionale Wertschöpfung bei Handwerkern voranbringen und dazu beitragen, hohe Stromkosten durch günstige Solarstromproduktion zu senken. Viele Haushalte bezahlen heute fast 30 Cent für die Kilowattstunde Strom. Auf dem eigenen Dach produziert, kostet eine Kilowattstunde Solarstrom nur etwas mehr als ein Drittel davon. Zukünftig sollen davon auch Mieter profitieren können. Das PV-Netzwerk will mit Stadtwerken und anderen Partnern mehr Mieterstromprojekte umsetzen helfen.
Das Stuttgarter Umweltministerium fördert die Solarstrom-Netzwerke in allen zwölf Regionen des Landes in den kommenden drei Jahren mit mehr als drei Millionen Euro. Hinzu kommt eine landesweite Koordination durch das Solar Cluster Baden-Württemberg e. V. und die Klimaschutz- und Energieagentur (KEA) aus Karlsruhe. Mitte Oktober 2018 gab es bereits ein erstes Treffen aller Akteure in Stuttgart. „Von dieser Unterstützung und Vernetzung im ganzen Land werden die Menschen in der Region Nordschwarzwald konkret profitieren.“, so Jörg Dürr-Pucher, Geschäftsführer der Clean Energy GmbH. „Gute Ideen und Projekte aus anderen Regionen können wir wenig später auch zwischen Freudenstadt, Calw und Pforzheim umsetzen.“

(c) KEA Baden-Württemberg
(c) KEA Baden-Württemberg


Auch in der Region Nordschwarzwald wird die Solarenergie in den kommenden Jahrzehnten die Hauptlast der Energiewende schultern. Die atomaren Risiken und der schnell fortschreitende Klimawandel machen den Ausstieg aus fossilen Quellen wie Kohle und Atom notwendig. Energie sparen und der rasche Ausbau erneuerbarer Energiequellen sind die Lösungen. Alle anderen erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser, Biomasse oder Geothermie werden kaum mehr als dreißig Prozent des Verbrauchs bei der Stromversorgung der Region abdecken können. Jede weitere Kilowattstunde Strom, die nicht eingespart werden kann oder importiert werden soll, muss solar erzeugt werden. Ziel der Energieagentur und Ihrer Partner ist deshalb eine spürbare Erhöhung des Solarstromanteils am Verbrauch von heute unter zehn auf bis zu 30 Prozent im Jahr 2030.

Die Energieagentur startet deshalb die Solaroffensive im Landkreis Freudenstadt mit folgenden Zielen:
1.    Förderung des Solarstroms durch Information der Bevölkerung.
2.    Aufbau eines langfristig tragfähigen Netzwerks aus Wirtschaft, Kommunen, Politik und Verbänden zur Umsetzung der Solaroffensive Baden-Württemberg im Kreis Freudenstadt.
3.    Erhöhung des Anteils von Solarstrom auf 30% des Verbrauchs bis 2030 durch optimierten Eigenverbrauch vom Haushalt über das Gewerbe bis zum Großbetrieb.
4.    Verbesserung der Netzverträglichkeit von Solarstrom und der Versorgungssicherheit durch Ausbau der Speicher, Ertüchtigung der Netze und Sektorenkopplung.
5.    Aktive Kooperation zwischen Solarstromerzeugern und Netzbetreibern, vor allem Stadtwerken mit neuen Geschäftsmodellen, wie Mieterstrom.
6.    Massiver Bau von Dach-, Fassaden-, und Freiland-Solarstromanlagen.
7.    Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Handwerk und Solarfirmen.
8.    Professioneller Betrieb der Solaranlagen durch bessere Wartung und Fernüberwachung.
9.    Mehr Klimaschutz durch Einstieg in die solare Elektromobilität.
10.    Unterstützung der Handwerksbetriebe und Solarteure bei der Bewältigung der steigenden Nachfrage nach Solaranlagen.
Eine Auftaktveranstaltung zur Netzwerkgründung ist für Anfang 2019 geplant. Für Rückfragen steht Ihnen Martin Heer, Geschäftsführer der Energieagentur in Horb gGmbH, unter heer@eainhorb.de zur Verfügung.

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