Brüderpaar Wekerle aus Empfingen-Dommelsberg

(c) Energieagentur in Horb
(c) Energieagentur in Horb

Am Ende ist sich das Bruderpaar Wekerle aus Empfingens kleinem Teilort Dommelsberg einig - Energiesparen ist eine gute Sache! Der Weg zum jeweiligen Eigenheim jedoch könnte kaum unterschiedlicher sein: Während der eine (Björn) aus einem Haus mit Baujahr 1958 eine topmoderne und energiesparende Immobilie machte, investierte der andere (Christian) in einen Neubau als KfW-55-Effizienzhaus. Und dies keinen Steinwurf voneinander entfernt.

Bei genauerer Betrachtung jedoch kommen zahlreiche Gemeinsamkeiten der beiden Wekerles zum Vorschein: Beide nahmen die Beratungsdienstleistungen des Energieberaters Thomas Pischner in Anspruch, beide wickelten Ihre Darlehen der L-Bank über die Horber Raiffeisenbank ab, beide konnten von erklecklichen Tilgungszuschüssen für Ihre Sanierung bzw. Ihren Neubau profitieren, beide haben sich bewusst für den kleinen Empfinger Teilort Dommelsberg entschieden und beide konnten jeweils auf die Hilfe der Brüder sowie des umtriebigen Vaters Klaus bauen.
Wie es dazu kam…
Die Groß-Familie Wekerle lebt schon seit vielen Jahren in Dommelsberg. Nachdem schon Björns jüngerer Bruder Jens sich 2013 in Dommelsberg für seine Familie den Traum vom Eigenheim realisiert hat, entschließt er sich selbst 2014 für den Erwerb eines Altbaus, nicht unweit seines Elternhauses. Ein Jahr später landet er bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale, die durch die Energieagentur in Horb koordiniert wird. Dort sitzt ihm Diplom-Bauingenieur und Energieberater Thomas Pischner gegenüber und schnell wird klar: Nur ein Fenstertausch ist nicht genug, um die Immobilie zu ertüchtigen. Das Haus soll komplett energetisch saniert werden. Nach einer umfassenden Beratungs- und Planungsphase sowie die Kontaktaufnahme zur Hausbank in Horb kann es losgehen. Björn Wekerle kommt gegenüber bei Bruder und Schwägerin unter und macht sich mit viel Eigenleistung an die Arbeit. „Das war sehr aufwendig, bringt aber auch was!“, ist er sich im Nachhinein sicher, auch wenn die Zeit, bestehend aus „Schaffen, Geschäft, Baustelle“ eine richtige „Powerzeit“ war.

(c) Wekerle
(c) Wekerle

Das Haus mit Baujahr 1958/59 ist nach den Sanierungsmaßnahmen von außen kaum wieder zu erkennen. Und auch innen wurde so einiges erneuert: Während innen alle Rohre und die Elektrik erneuert wurden, wurden die Außenwände mit Zellulose sowie das Dach und der Keller gedämmt, neue Fenster mit Dreifachverglasung und eine Heizung auf der Basis von Erneuerbaren Energien – betrieben mit Holzpellets – eingebaut. Die Hitze bleibt im Sommer nun draußen, im Winter ist es kuschelig warm im ehemaligen Altbau.
Der Energieberater dimensionierte und gestaltete die Maßnahmen so, dass ein "KfW-Effizienzhaus 85" dabei herauskam. Dies bedeutet, dass das Gebäude 15 % weniger Energie verbraucht, als ein Neubau nach der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV). Neben einem zinsgünstigen Darlehen konnte somit ein Tilgungszuschuss in Höhe von 17.500 € in Anspruch genommen werden. "Davon kann der Bauherr mit seiner Familie mal gut essen gehen..." schmunzelt Energieberater Pischner. Viel Geld wurde auch durch den enormen Anteil an Eigenleistung, massiv unterstützt durch den theoretisch wie praktisch absolut "baufitten" Vater Klaus, eingespart.

(c) Energieagentur in Horb
(c) Energieagentur in Horb

Auf die Sanierung folgt der Neubau…

Als, zumindest bisher letztes Projekt steht der Neubau für den jüngsten Wekerle-Sohn Christian an. Während die den älteren Brüder jetzt in sanierten Altbauten wohnen, ist er in den letzten Zügen dabei, sich den Traum eines Neubaus zu erfüllen. Selbstverständlich auch in Dommelsberg – und klar auch, dass hier sowohl die beiden Brüder wie auch Vater wieder kräftig mithelfen. Denn auch in einem Neubau kann sehr viel Eigenleistung erbracht werden: Elektrik, Mauer- und Putzarbeiten, Fliesen,… So hat jeder der vier „Schaffer“ seine speziellen Vorlieben, mit denen er sich einbringt. Auch hier wurde für den energetischen Teil die Fachkompetenz von Thomas Pischner (Energieberatung) und Burckhardt Hellstern (Finanzberatung der Hausbank) zurückgegriffen. Man hat ja schon beim anderen Bruder die besten Erfahrungen gemacht, wenn die Beratungsleistungen stimmen und aufeinander aufbauen. Raiffeisenbank-Vorstand Hellstern ist zufrieden: „Schlussendlich war das dann für uns als Bank ein Kinderspiel, denn Baufinanzierungen unter Einbezug von öffentlichen Fördergeldern ist in unserem Haus tägliche Praxis!“

Der Neubau wurde vom Energieberater als KfW- Effizienzhaus 55 konzipiert, das nur 55 % des Energieverbrauchs eines Neubaus nach EnEV aufweist. "Belohnt" wird dies von der KfW neben einem zinsgünstigen Darlehen mit einem Investitionszuschuss in Höhe von 5.000 €. Da das Neubauniveau nach EnEV energetisch schon recht anspruchsvoll ist, bedarf es einiges an besonderen Anstrengungen in Theorie und Praxis, um dieses Niveau um 45 % unterschreiten zu können. Dies steht und fällt unter anderem neben den eigentlichen Dämmeigenschäften der verwendeten Bauteile mit der detaillierten Berechnung und Optimierung der sogenannten "Wärmebrücken".  Hier wurden von Bauingenieur Pischner teils neue Wege beschritten – zum Beispiel eine Überdämmung der letzten und ersten Steinreihe der Geschossdecken-, was bei allen Beteiligten (Bauherr, Architekt, Statiker und Handwerker) einiges an Überzeugungs- und Gewöhnungsbedarf auslöste. Dies gilt auch für die Anforderungen an "luftdichtes Bauen" nach heutigen Maßstäben, dessen Qualität im Rahmen der Baubegleitung durch den Energieberater, dessen Honorar übrigens von der KfW zur Hälfte zurückgezahlt wird, durch konstruktive Vorgaben ("Luftdichtheitskonzept"), Baustellenbegehungen und Luftdichtheitstest ("Blower-Door-Test") geplant, überwacht und gewährleistet wird. Letztendlich konnte aber immer ein Weg gefunden werden, die Anforderungen von Energieeffizienz, Architektur, Statik und praktische Umsetzbarkeit sinnvoll zu vereinen.

(c) Energieagentur in Horb
(c) Energieagentur in Horb

Dommelsberg und die Wekerles…
Damit den drei Brüdern auch so nicht langweilig wird, betreiben Sie gemeinsam nebenberuflich einen Reifenhandel. Auch in Dommelsberg, auch quasi direkt angrenzend an die jeweiligen Eigenheime - ob neu gebaut oder frisch saniert. Auf die Frage, was Björn Wekerle so besonders am Empfinger Teilort findet, antwortet dieser mit strahlenden Augen: „Isch halt Heimat!“.
Und dort, in diesem schönen Stückchen Heimat, haben sich die Brüder Wekerle zukunftsfest und energieeffizient eingerichtet. Mehr als genug Gründe, die ganze Wekerle-Dynastie (vgl. Fotos) als „Ausgezeichnete Energiesparer“ auszuwählen.